"Vorbeugen ist besser als heilen!"

Sie sind nicht der Einzige, der schön genießen möchte von seinen Cannabispflanzen, nein leider gibt es genügend andere, die es auf Ihre grünen Damen abgesehen haben, aufpassen also! Und dann spreche ich noch nicht einmal über die echten Diebe, die auf der Lauer liegen, nein, ich spreche von anderen Organismen, die sich mit Ihrem Cannabis nähren wollen: SCHÄDLINGSBEFALL. Kleine Tierchen, die Ihre lieblichen Damen wegknappern wollen bevor Sie davon profitieren könnten, und Sie können mir glauben, es liegen genügend dieser potentiellen Feinde auf der Lauer. Selbst bin ich nur mit einigen dieser Schädlinge in Kontakt gekommen, deshalb werde ich diese aus meiner Erfahrung erläutern: Spinnmilbe, Thrip & Mehltau/Pflanzenrost.

 

Vorbeugung

trips larveDer häufigste Fehler bei Schädlingen ist: denken, dass es einem selbst bestimmt nicht passiert. Aber leider werden Sie schnell merken, dass es jeden treffen kann, deshalb ist Vorbeugen von Schädlingen ein sehr wichtiger Aspekt bei der Zucht von Cannabis. Achten Sie darauf, dass Sie nichts von außerhalb mit in Ihren Aufzuchtsraum nehmen. Und achten Sie genau auf Ihre Pflanzen, beobachten Sie die Blätter genau sowohl von der Oberseite des Blattes als auch die Unterseite.

Wenn Sie an der Oberseite des Blattes Flecken oder Stellen sehen, die dort nicht hingehören, schauen Sie dann immer gut unter das Blatt um auszuschließen, dass Sie eine Überraschung erleben werden. Meine persönliche Erfahrung lehrt, dass unter dem Blatt erst wirklich ans Licht kommt, ob es um Schädlingsbefall geht oder nicht.

Ich habe selbst nämlich einmal einige dunkle Punkte und silberne Flecken auf einem Blatt gehabt, sah ziemlich unschuldig aus aber erst als ich unter dem Blatt nachsah, mit einem kleinen Mikroskop, sah ich, was tatsächlich los war: ich hatte Thrips-Larven! Innerhalb weniger Tage hatten alle Pflanzen die gleichen Flecken auf dem Blatt und hatten sie überall Thrips. Dagegen musste ich also etwas unternehmen!

Sie können Schädlingsbefall auf eine chemische oder biologische Art bekämpfen. Man kann sich auch für Blattspray entscheiden, das eine natürliche und mechanische Wirkung hat. Cannabis ist ein Produkt, das sowohl zum Gebrauch in der Freizeit als auch von medizinischen Gebrauchern konsumiert wird. Beim Gebrauch von Pestiziden (chemisch) während der Aufzucht wird das Endprodukt für die Gesundheit des Gebrauchers schädlich sein.

ed rosenthal herbal pesticideDeshalb bin ich persönlich gegen den Gebrauch von Pestiziden und will ich diese auch nicht als Bekämpfungsmittel gegen Thrips einsetzen. Ich habe mich für eine Alternative entschieden: organische Pestizide (biologisch). Nachdem ich 2 Produkte (Ed Rosenthals’Zero Tolerance & APtus Dislike) verwendet hatte - ohne den gewünschten Effekt -  habe ich weitergesucht. Diese Produkte sind gut vorbeugend einsetzbar; mein Rat ist, in der Wachstumsphase immer ein organisches Pestizid vorbeugend zu verwenden (als Blattspray), einfach zur Sicherheit; aber wenn die Tierchen erstmal da sind, dann können diese Produkte nichts mehr ausrichten, jedenfalls nicht in meinem Fall.

Wenn Sie anfangen mit Samen, dann wissen Sie auf jeden Fall sicher, dass Sie nicht mit Spuren von Spinnmilbe/Thrip angefangen haben. Das größte Problem bei Stecklingen/Ablegern ist, dass oft Spinnmilben/Thrips mitkommen.

Wenn Sie von draußen kommen, können Sie auch Spuren von Schädlingen mitbringen, darum ist es von großer Wichtigkeit, dass Sie nie, nein auch nicht ganz schnell, mit Kleidung von draußen Ihren Aufzuchtsraum betreten. Da es ein abgeschlossener Raum ist, ohne natürliche Feinde, können Spinnmilben/Thrips sich vor allem bei der Innenaufzucht  blitzschnell ausbreiten mit einer infizierten Ernte als Folge.

Schädlinge  sind ein Problem bei sowohl Innen- als auch Freilandzucht, aber der Unterschied bei Innenaufzucht ist, dass Schädlinge hier keine natürlichen Feinde haben. Das bedeutet, dass Schädlinge sich dadurch einfach ausbreiten können in einem abgeschlossenen Raum, mit katastrophalen Folgen. Die Lösung, die ich dafür gefunden habe, ist das Aussetzen natürlicher Feinde (geht auch präventiv): Organismen die sich nähren mit  Hanf-essenden Organismen. Das Aussetzen der Raubwanze Orius schien sehr effektiv gegen meine Thrips-Schädlinge, es war die einzige natürliche Lösung die funktionierte, die kann ich also sehr gut weiterempfehlen!

Wichtig beim Schutz vor Schädlingen ist, dass Ihre Pflanzen alle so gesund möglich sind, sorgen Sie also fur optimale Umstände und  verhindern Sie, dass die essentiellen Nährstoffe der Pflanzen fehlen. Wenn die Pflanzen weniger gesund sind, werden sie extra anfällig sein für Thrips, Spinnmilben und sonstige Schädlinge.

 orius roofwants

Erkennen & Bekämpfen

Mehltau & Pflanzenrost

mildew tips leaf powdery mildew

Mehltau und/oder Pflanzenrost werden im Gegensatz zu Spinnmilbe/Thrips nicht von einem Organismus verursacht. Es sind Formen eines Schimmels, die durch eine zu hohe Luftfeuchtigkeit die Gelegenheit bekommen zu gedeihen. In den Niederlanden und den umliegenden Ländern ist die Luftfeuchtigkeit im Freien sehr hoch am Ende der Freiland Saison, in dieser Periode (meistens September) sind Mehltau/Pflanzenrost eine Katastrophe für Ihre Ernte.

botrytisWenn Sie Pflanzenrost entdecken, ist es meistens schon zu spät, wenn es nämlich einmal in einer Ihrer Blüten ist, dann bekommen Sie es auch nicht wieder raus, das bedeutet, dass vorbeugen eigentlich die einzige Lösung ist. Pflanzenrost kann man erkennen durch die braun gewordenen Blätter die tief aus der Blüte kommen wenn man ganz leicht an diesen ‚rostigen Blättern‘ zieht, fallen sie sehr einfach (ohne Widerstand) aus.

Wenn man ohne jeglichen Kraftaufwand ein braunes Blatt aus der Blüte ziehen kann, ohne dass das Blatt Widerstand bietet, dann müssen die Alarmglocken anfangen zu läuten. Die Wahrscheinlichkeit ist dann sehr groß, dass sich Pflanzenrost an der Stelle befindet, wo das Blatt fest saß, tief in der Blüte. Wenn Pflanzenrost in einem weiteren Stadium ist, dann ist es ganz deutlich, der Rost fängt in der Blüte an und verbreitet sich dann nach außen hin.

Die Blüte wird also sichtbar an der Außenseite, braun-graue Flecken aufweisen, die außerdem etwas flockig sind. Wenn man auf das flockige Teil ein Mikroskop hält, sieht man alle Schimmeldrähte und dann gibt es nur noch eines: die ganze Blüte abschneiden und wegwerfen (nein, nicht nur ein Stückchen abschneiden oder trocknen und dennoch rauchen, dies kann sehr schädlich sein für Ihre Gesundheit!.).

Kontrollieren Sie danach die übrigen Blüten im Raum auf die gleichen Merkmale und entfernen Sie diese auch völlig. Probieren Sie zu vermeiden, dass Sie nur ein Stückchen der Blüte entfernen in der Hoffnung den Rest der Blütedennoch ernten zu können, dies wird nur dazu führen, dass er sich schneller ausbreiten wird. Schimmel enthalten nämlich Spuren und diese Spuren können sich bei günstigen Umständen schnell verteilen, wenn Sie also nicht die ganze Blüte entfernen, sondern nur ein Stückchen, sorgen Sie nur dafür, dass die Spuren freigesetzt werden.

Mehltau ist ein Schimmel, der meistens auf den Blättern anfängt und der danach zu Pflanzenrost führen kann. Also ist es die Mühe sicher wert, um Mehltau in einem frühen Stadium zu entdecken und zu bekämpfen. Mehltau zeigt sich als weißes Pulver oder weiße Flecken auf den Blättern. Sie können Mehltau bekämpfen mit einer Mischung aus 100ml magerer, am liebsten fettfreier Milch, 900 ml Wasser und vier Teelöffel Natriumcarbonat.

Natriumcarbonat ist in den Niederlanden als Reinigungssalz in vielen Reformhäusern erhältlich. Wenn Sie kurz vor der Ernte stehen, können Sie die Milch auch weglassen. Sprühen Sie die Mischung mit einem Pflanzensprüher alle paar Tage auf die Pflanzen, achten Sie dabei auf die Blüten, Sie wollen nämlich nicht, dass Ihre Blüten durchnässt werden von der Mischung. Probieren Sie also nur die angegriffenen Blätter zu treffen.

 

Thrips

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- Thrips, Schädlinge erkennen

trip identificationErwachsene Thripse sind kleine, längliche Insekten mit typischen Franzelflügeln. Sie sind ungefähr 1 mm groß und grau oder gelb bis braun von der Farbe her. Die Thrips kommen sowohl auf der Oberseite als auch der Unterseite des Blattes vor.

Das Thripsweibchen legt ihre Eier in das Pflanzengewebe. Dafür macht sie eine Öffnung in das Pflanzengewebe worin das nieren-förmige Ei gelegt wird. Sobald die Larven ausschlüpfen, beginnen sie sofort zu essen. Sie saugen die Blattzellen leer, wodurch das Blatt silberne Flecken bekommt.

Der gesamt Zyklus von Ei bis Ausgewachsen beträgt 20 Tage bei 20C bis 12 Tage bei 30C. Bei optimalen Temperaturen kann ein Thripsweibchen gut 100 Nachkommen auf die Welt bringen. Thripschaden erkennt man an Flecken auf den Blättern (oft silber) Thripse saugen Pflanzensäfte.

Dies tun Sie indem sie über das Blatt schapen. Dadurch entstehen die Flecken auf den Blättern. Die Thripse lassen auf dem Blatt Kot zurück, der als dunkle Flecken sichtbar ist. Ausserdem tritt oft Wachstumsreduktion und Missbildung der Blätter auf. Manche Thripse können auch Viren übertragen. Ein gutes Hilfsmittel bei der Schädlingserkennung ist das Aufhängen von blauen Klebefallen.

 

- Bekämpfung von Thrips

Die Raubwanze Orius scheint am gefräßigsten unter den biologischen Bekämpfungsmitteln von Thripsen. Es ist der einzige natürliche Feind, der auch die erwachsenen Thripse befällt. Oft genug sieht man einen Orius mit einem Thrips auf seiner Schnauze gespießt über das Blatt laufen. Die Raubwanzen werden in einer Plastikflasche verpackt. Jedes Fläschchen enthält 500 Erwachsene und Larvenstadien  gemischt in einer einfach streubaren Trägermaterie, für eine Bekämpfung von ungefähr 25 m2.

Man setzt die Raubwanzen aus, indem man ausreichend große Häufchen auf ein Blatt streut und diese einige Tage liegen lässt. So bekommen die Wanzen die Gelegenheit sich zu paaren und sich danach über das Gewächs zu verteilen.

Orius kann eventuell kurze Zeit auf einer kühlen Temperatur von minimal 8°C-10°C aufbewahrt werden.

Quelle: http://ecogrow.nl/bestrijding/roofwants-tegen-trips.html

 

Spint

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- Spint, Schädling Erkennung

Die Spinnmilbe ist eine 0,5 mm große, gelb-braune Milbe mit zwei dunkelgrünen Flecken auf den Flanken, die  von Pflanzensäften lebt. Die Spinnmilbe ist optimal aktiv bei einer Temperatur von 25 à 30ºC und liebt eine niedrige Luftfeuchtigkeit. Eine erwachsene Spinnmilbe legt jedes Mal durchschnittlich 50 bis 100 Eier. Bei einer Temperatur von 30ºC ist die Dauer des Wachstums von Ei bis ausgewachsene Spinnmilbe ca. 1 Woche.

Spinnmilben-Schaden ist an den weiß-gelben Stellen auf der Oberseite des Blattes der Pflanze zu erkennen und an einem seidenartigen Spinngewebe an der Unterseite des Blattes. Um sich zu nähren saugen Spinnmilben Pflanzensäfte auf.

Dadurch verfärben sich die Pflanzenzellen gelb, was an der Oberseite des Blattes oft als gelbe Punkte wahrzunehmen ist. An der Unterseite des Blattes sitzen die sehr kleinen spinnenartigen Tierchen, die in dem Phloem der Blätter saugen. Bei einem ernsten Befall fallen die Blätter ab und werden die Spinnendrähte deutlich sichtbar.

Ein gutes Hilfsmittel bei der Schädlingserkennung ist das Aufhängen von gelben Klebefallen. Oft werden Stecklinge mit Spinnmilben Eiern geliefert. Angeraten wird, gleichzeitig mit dem Aussetzen von Stecklingen, Raubmilben auszusetzen.

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- Bekämpfung von Spinnmilben

Spinnmilben werden mit Erfolg mit der Raubmilbe Phytoseiulus Persimilis bekämpft. Die Raubmilbe ist eine 0.6 mm rote Milbe, die sich schnell bewegt und die unmittelbar auf die Suche geht nach Spinnmilben. Die Raubmilbe lebt hauptsächlich von Spinnmilben und Spinnmilbeneiern, die sie leer saugt und aufisst.

Die Raubmilben werden in einer Flasche von 1000 Exemplaren verpackt, gut für eine zu behandelnde Oberfläche von 25m2, im Falle eines nicht zu schweren Befalls. Die Anwendung ist einfach: den Inhalt des Fläschchens auf den Blättern der Pflanze ausstreuen (und nicht auf der Blume).

Empfohlen wird, die Spinnmilbe alle 14 Tage zu behandeln.

Quelle: http://ecogrow.nl/bestrijding/roofmijt-tegen-spint.html