Cannabis Taxonomie

Marihuana, Herb, Ganja, Sensi, Sinsemilla, Hennep, Hemp, Wiet, Jonko, Indica, Satia,  Ruderalis, Autoflower oder einfach Cannabis. Trotz aller verschiedener Namen geht es hier in allen Fällen um ein und dieselbe Pflanze: die Cannabis Pflanze. Im Laufe der Jahre entstanden in verschiedenen Ländern/Kulturen andere Namen für Cannabis. Außerdem wurden im Laufe der Jahre Namen ausgedacht, für die Klassifizierung von Cannabis, da es in der Praxis eine große Vielfalt gibt.

Indica, Sativa (und Ruderalis) sind im Allgemeinen die Basiskategorie (Unterart) von Cannabis die von Natur her  in verschiedenen Teilen der Welt vorkommen. Die Unterarten  entstehen aus der Eigenschaft von Cannabis um sich an ihre Umgebung anzupassen. Hennep oder Hemp fällt unter die Unterart Cannabis Sativa und dieses wird vor allem für industrielle Zwecke gebraucht.

Cannabis Sativa L. ist der wissenschaftliche Name, der zuerst im Jahr 1753 von dem Botaniker Carl Linnaeus veröffentlicht wurde. Der wissenschaftliche Name Cannabis Indica wurde 1785 durch Jean-Baptiste Lamark an Cannabis gegeben, das  er in Indien wachsen sah. In der Praxis gibt es diverse Unterschiede zwischen Cannabis, das ist der Grund, dass die Namen Sativa und Indica als Hilfsmittel dienen um verschiedene Arten Cannabis zu kategorisieren: Cannabis Taxonomie. In diesen Kategorien sind diverse Wachstumspatronen (Wachstums- und Blütezeit) und schließlich Geschmack/Effekte (verschiedene Cananbinoide und Terpene) zu unterscheiden. Auf der Info-Graphik am Ende der Seite sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Sativas und Indicas wieder gegeben.

 Wenn verschiedene Sorten Cannabis miteinander gekreuzt werden, denn entstehen Hybriden. Hybriden (Cannabis Hybrids) sind immer ein bestimmter Prozentsatz Indica und ein bestimmter Prozentsatz Sativa;  Sativa-Dominant (Sativa > Indica) oder Indica-Dominant (Indica>Sativa). Wenn in einem Hybrid außerdem Cannabis Ruderalis mit gekreuzt wird, dann wird diese Hybride Art eine Autoflower genannt. Autoflowers sind also immer ein Gemisch von Indica und/oder Sativa und Ruderalis.

 

Indica

Indicas sind kurze, kompakte, breite Cannabispflanzen die weniger Platz brauchen als eine Sativa. Eine Indica ist vor allem zu erkennen an der Farbe und den Fingern am Blatt, diese sind Dunkelgrün und breit (broad leaves). Die Farbe entsteht durch die großen Mengen Chlorophyll (Blattgrün) in den Blättern, Chlorophyll hat die Eigenschaft, die Energie von Licht, brauchbar zu machen für den Photosynthese Prozess. Man kann davon ausgehen, dass je mehr Chlorophyll im Blatt vorhanden ist, desto weniger Licht die Pflanze für das Wachstums/Fortgang braucht. Eine Indica braucht also relativ weniger Licht zum Gedeihen, dies deckt sich mit der Herkunft der Indica Pflanzen (sie kommen nicht vor rund um den Äquator; je weiter man vom Äquator entfernt ist, desto niedriger ist die Lichtintensität der Sonne).

Lichtintensität der Sonne Cannabasics

Indicas kommen nämlich aus Zentral Asien und dem indischen Subkontinent: Pakistan, Nord-Indien, Tibet, Nepal, Afghanistan usw. Die Internodien einer Indica sind kurz und dichter aufeinander wodurch die Pflanze sehr ‚bushy‘ ist, außerdem sind die Blumen (Spitzen) sehr kompakt. Wenn eine Indica blüht oder in die Blüte gestellt wird (12/12 Lichtschema), dann wird die Höhe der Pflanze mit 50% zunehmen bis maximal 100%. Die Blütezeit von Indicas beträgt 6 bis 9 Wochen, dies bedeutet, dass Indicas schneller bereit sind um geerntet zu werden als Sativas. Eine erneuerte Taxonomie aufgestellt von Robert Connell Clarke, kategorisiert die Indica als die Broad-Leaf Drug Variety (BLD) – lesen Sie mehr über diese taxonomische Einteilung in Cannabis: Ethnobotany & Evolution.

 

Sativa

Sativas sind lange, dünne, hohe Cannabispflanzen die sehr groß werden können (grösser als Indicas unter den gleichen Umständen). Sativas sind zu erkennen an der hellen Farbe der Blätter (dies kommt daher, dass weniger Blattgrün vorhanden ist als in Indicas) und an den dünnen Fingern (narrow-leaves) des Blattes. Sativas brauchen also relativ mehr Licht als Indicas um zu gedeihen, das deckt sich außerdem mit der Herkunft (sie kommen vor in Gebieten um den Äquator; höhere Lichtintensität der Sonne).

Sativa-Sorten kommen vor in: Jamaica, Süd-Indien, Thailand, Mexiko, Kolumbien, Afrika usw. Die Internodien einer Sativa liegen weiter auseinander, der Grund, dass Sativa oft als ‚stretchy‘ umschrieben wird, Sativas schießen nämlich in die Höhe und vor allem wenn sie in die Blüte gebracht werden. Die Höhe einer Sativa nimmt in der Blüte mit 200%  bis 300% zu. Das bedeutet, dass Sativas nicht geeignet sind für kommerzielle Wachstums-Projekte mit begrenztem Raum. Die Blütezeit der Sativas beträgt 9 bis 15 Wochen, das kann also zweimal so viel Zeit einnehmen als die Blütezeit von Indicas (noch ein Argument warum Sativas nicht sehr geeignet sind für kommerzielle Wachstums-Projekte). Laut der ‚Robert Connell Clarke-Taxonomie‘ können Sativas kategorisiert werden als Narrow-Leaf Drug Varieties (NLD) – lesen Sie mehr über diese taxonomische Einteilung in Cannabis: Ethnobotany & Evolution.

 Cannabis: Ethnobotany & Evolution Source: Cannabis Ethnobotany & Evolution

Ruderalis

Ruderalis ist eine kurze, stabile, wilde Art Cannabis mit weniger Blätter und niedriger THC Konzentration. Ruderalis kommt von Natur aus vor in Tundra Gebieten wo der Sommer sehr kurz ist, dadurch hat diese Sorte sich angepasst um in einer kurzen Zeitspanne von Sonnenlicht dennoch ‚ausblühen‘ zu können. Ruderalis ist nicht geeignet zum Verbrauch, sondern wird oft gekreuzt mit Indicas und Sativas um Autoflower-Hybride herzustellen. Autoflowers starten mit der Produktion von Blumen (Spitzen) je nach Alter im Gegensatz zu Indicas und Sativas wobei der Blüte-Prozess von den Lichtzyklen abhängig ist. 

Cannabis Taxonomy overview ASC Cannabasics