12/12: BLUETE!

Natürlich haben Sie meine vorherige Kolumne gelesen (wenn nicht, klicken Sie bitte hier: BLOG) ,und wissen auch Sie, dass wir somit angekommen sind beim Höhepunkt des Cannabiszucht-Prozesses. An der niederländischen Seite des Äquators wird es noch eine Weile dauern, bis es soweit ist, denn September ist noch weit weg, aber wahrscheinlich wissen Sie, worüber ich spreche. Ja natürlich: Die Blüte Phase.

Bei Freilandanbau werden die kürzer werdenden Tage und die längeren Dunkelperioden dafür sorgen, dass die Blüte initiiert wird. Oder, Sie ändern einfach Ihr Lichtschema von 18/6 nach 12/12, dann passiert nämlich genau das gleiche: BLUETE!
NB: Bei der Aufzucht aus s Samen, werden die Pflanzen nach 1 bis 2 Wochen Wachstum (abhängig von der gewünschten Höhe) so weit sein, um zur Blüte gebracht zu werden. Eine der (vielen) Faustregeln ist, dass eine Cannabispflanze zur Blüte gebracht werden kann, wenn die Pflanze genauso breit ist wie der Topf in dem sie steht. 

In den ersten 2 Wochen der Blüte werden die Pflanzen immer noch weiter wachsen um die Blumenstruktur zu entwickeln und werden die ersten Knospen sichtbar, dies wird auch oft umschrieben als die ‚Streck_Periode“. Die Pflanzen werden in dieser Streck-Periode mit 50 – 300%  in Höhe zunehmen, abhängig von der Genetica (Indica oder Sativa).

 Sativa vs Indica by ASC

Die abnehmende Lichtmenge am Ende des Sommers sorgt dafür, dass Ihre Cannabispflanzen wissen, dass ihr Leben zu Ende geht. Wie eher erwähnt, misst Cannabis die Anzahl Dunkelstunden mit dem Hormon Phytochrom. Die Reaktion der Cannabispflanzen darauf ist, dass ihr Fortpflanzungszyklus ausgelöst wird um so die Art zu erhalten (Überlebensmechanismus von Cannabis).

Weibliche Pflanzen werden in der Blüte-Phase anfangen, Blumen zu produzieren. Diese Blumen enthalten eine Herzschicht (Trichomen/Hash) mit der Sie Pollen/Blütenstaub probieren zu ‚fangen‘, damit sie befruchtet werden. Pollen werden von männlichen Cannabispflanzen waehrend der Blüte-Phase produziert. Das Ergebnis der Befruchtung sind Samen, die Nachkommen von Cannabis.

Mit diesen Samen kann der Zyklus sich immer wieder neu abspielen und bleibt Cannabis (hoffentlich für immer) bestehen. Aber natürlich wollen wir vermeiden, dass Samen in Ihre Blüten kommen, da Ihre Blüten wahrscheinlich einem ganz anderen Zweck dienen als Samenproduktion. Sorgen Sie also dafür, dass männliche Pflanzen bei den weiblichen Pflanzen zeitig weggenommen werden bevor Pollen verteilt werden können (dies passiert meistens in der 2. / 3. Woche der Blüte Phase).

HermieWaehrend des 12/12 Schemas bekommen Ihre Pflanzen gleich viel Lichtstunden (12) wie Dunkelstunden(12) aber auch mit mehr als 12 Dunkelstunden werden Ihre Pflanzen in der Blüte bleiben. Manche Züchter bevorzugen mehr als 12 Dunkelstunden (ob dies empfehlenswert ist, dass weiß ich nicht, ich habe selbst nie mit mehr als 12 Dunkelstunden experimentiert).

Das Geben von mehr als 12 Lichtstunden ist dagegen nicht moeglich in der Blüte phase. Wenn Ihre Pflanzen in der Blüte Phase mehr als 12 Stunden Licht bekommen, dann werden sie Stress bekommen und verwirrt werden. Es ist für Ihre Pflanzen nicht deutlich, ob sie wachsen müssen oder blühen und dadurch werden sie in die vegetative Phase zurückfallen, oder noch schlimmer, sie werden Hermaphroditen (Hermies). 

Hermies sind weibliche Cannabispflanzen, bei denen die Blumen (Toppen) männliche Geschlechtsorgane (Pollen-Säckchen) entwickeln um sich selbst zu befruchten (Selfpollination). Das Ergebnis davon ist, dass man Toppen bekommt, die voll sind mit Samen und dies ist oftmals nicht erwünscht.

Achtung: ein oft gemachter Fehler bei beginnenden Züchtern ist, das Durchbrechen der Dunkelperiode durch z.B. kurz ins Wachstumszelt reinzuschauen wenn die Lampen aus sind. Der geringste Strahl Licht kann die Pflanzen ‚aufwecken aus ihrem Schlaf‘, dies gilt auch für Pflanzen die im Freien stehen und Licht abends/nachts von Straßenbeleuchtung oder Gartenbeleuchtung Licht abbekommen. In beiden Fällen wird die Dunkelperiode unterbrochen, was für die Pflanzen in Stress resultiert. Also nicht tun!

 

Karma FlowerBlütezeit & Genetica

Die Blütezeit von Cannabispflanzen ist abhängig von der Genetica. Sativas haben eine längere Blütezeit als Indicas und die Blütezeit von Hybriden (Sativa-Indica-Mix) liegt meistens dazwischen (logisch).

  • Indica’s ± 7-9 Wochen Blüte
  • Sativa’s ± 10-16 Wochen Blüte
  • Hybrides ± 8-13 Wochen Blüte

 

Optimale RH & Temp während der Blüte

Sobald Ihr Cannabis am Blühen ist, werden Sie den RH (Relative Humidity) verringern müssen um die Gefahr auf Mehltau zu reduzieren. Der ideale RH in einem Wachstumsraum waehrend der Blüte, liegt zwischen 40-50% und die optimale Temperatur zwischen 25-30 Grad Celsius. Außerdem werden sich die Nährstoffanforderungen während der Blütephase verschieben von Stickstoff-bedürftig (N), nach Kalium (K) und Phosphor bedürftig (P).

 12/12

Kale Beine (3. Woche der Blüte)

Kale BenenMit der Technik ‘Lollipopping’ können während der 3. Woche der Blüte, alle überflüssigen Blätter/Triebe unten an der Pflanze entfernt werden wodurch keine unterentwickelten Knospenbildung stattfindet (erspart Ihnen wieder eine Menge Schneiden am Ende).

Das bedeutet, dass alle Pflanzen nach dem Lollipoppen kale Beine haben, Frauen mit glatten Beinen sind am schoensten, oder?! Ich mache dies selbst bis maximal der 3. Woche der Bluete, danach wurde ich es nicht empfehlen im Bezug auf den Stress der Pflanze.

  

Der Flush

Ich empfehle um 2 bis 3 Wochen bevor Sie ernten aufzuhören Nährstoffe zu geben und ab dann nur noch Wasser den Pflanzen zu geben, dies nennt man auch ‚flushen‘. Persönlich flushe ich 3 Wochen vor der Ernte mit Wasser, einfach Wasser aus dem Kran ohne zusätzliche ‚FLush-Mittelchen‘(In den Niederlanden kann Kranwasser verwendet werden, da es kein Chlor enthält und sauber/trinkbar ist).

Waehrend des Flushs sterben die großen Blätter ab und beginnen die Blätter rundum der Toppen sich zu verfärben, wodurch die ‚Herbstfarben‘ sichtbar werden. Die Pflanzen verbrauchen nämlich alle noch zur Verfügung stehenden/gespeicherten Nährstoffe (ansonsten würden diese Nährstoffe in das Endprodukt gelangen). Meine Erfahrung lehrt, dass flushen den Geschmack des Endproduktes sehr positiv beeinflusst, der Rauch ist weicher im Hals und ein purer Joint brennt langsam/smooth ohne dass man ihn jedes Mal neu anzünden muss: White Ash!

Flush 1 Sin Mint Cookies

Flush 2 Scotts OG

Flush 3 Shoreline